Die B.M.-Band ABSURD, seit 1992 im deutschen Untergrund aktiv, hat auf ihrer Netzseite die Suspendierung aller Aktivitäten verkündet.
In der Erklärung wird davon gesprochen, dass man sich in Anbetracht der verstärkten Verfolgung der Band durch deutsche Behörden zur Suspendierung aller "öffentlichen Auftritte und sozialen Interaktion" entschlossen hat. Die Auflösung der Band wird zumindest angedeutet, da man auf die - zukünftige - Legendenbildung im Zusammenhang mit ABSURD hinweist.
In der vergangenen Woche gab es Hausdurchsuchungen in Sachsen und Thüringen; dabei hat man auch Veröffentlichungen von ABSURD beschlagnahmt und eine Indizierung dieser Alben in Aussicht gestellt. Der Vorwurf lautet: "Gewaltverherrlichung" und "Volksverhetzung".
In weiten Teilen der B.M.-Szene genießt ABSURD einen Kultstatus, der von der Verurteilung früherer Bandmitglieder wegen gemeinschaftlichen Mordes im Jahr 1994 herrührt. Viele Metal-Fans lehnen die Band aufgrund der ihr nachgesagten Verbindung zum "NS-Black Metal" ab. Dennoch gehört ABSURD zu den erfolgreichsten Bands der deutschen B.M.-Szene.
Man mag zu dieser kontroversen Band stehen wie man will, aber grundsätzlich sind die Eingriffe von BPjM und Staatsanwaltschaften in die Kunstfreiheit nicht tolerierbar. Denn unter dem Deckmantel des "Jugendschutzes" wird einmal mehr der Versuch unternommen, ein "politisch korrektes" Weltbild im Black Metal durchzusetzen. Solche "Jugendschützer", die ihre eigene Sichtweise allen anderen - und zudem erwachsenen! - Menschen aufzwingen wollen, sind doch viel gefährlicher als eine Band, deren Texte von Raubrittern und Werwölfen handeln - und die man sich anhören kann, wenn man es möchte, aber eben auch nicht anhören muss!